Impfungen

Tetanus

Tetanus oder auch Starrkrampf wird durch das Bakterium Clostridium tetani verursacht. Diese Bakterien treten entweder durch oberflächliche oder tiefe Wunden ein, sehr oft aber durch eher ‚unauffällige’ Wunden, zB ein Stichkanal, bei dem die Wunde klein ist und sich rasch schließt. Nach der Bakterienvermehrung kommt es zur Bildung des Tetanustoxins, welches über die Blutbahn ins ZNS gelangt. Die Erkrankung beginnt mit einer Versteifung der Muskulatur, Krämpfen und Lähmungen. Durch die Beteiligung der Muskulatur im Rachen-/Schlundbereich hören die Pferde auf zu fressen und nehmen oft eine starre Haltung ein. Typisch ist die gespreizte Stellung der Gliedmaßen, auch Sägebockartige Stellung genannt. Die Prognose bei vollständig entwickelten Symptomen ist ungünstig, umso wichtiger ist die aktive Schutzimpfung.

Impfung: wenn die Mutterstute korrekt geimpft wurde, werden Fohlen ab dem 6.-8. Monat 2 x im Abstand von 4-8 Wochen geimpft, danach erfolgt eine Auffrischung nach 12 Monaten, anschließend alle 2 Jahre.

Influenza

Die Pferdeinfluenza wird durch Viren verursacht, welche sich hauptsächlich im Atmungstrakt festsetzen. Die Virusausscheidung erfolgt mit den Sekreten und Exkreten der Atemwege, die Virusaufnahme über Tröpfcheninfektion. Symptome sind starke Rötungen der Nasenschleimhäute, Bindehautentzündung, Schwellung der Lymphknoten, gefolgt von trockenem Husten, wechselnden Fieberphasen und Mattigkeit, eitrigem Nasenausfluss bis hin zur Lungenentzündung.

Auch hier besteht die Grundimmunisierung aus 2 Impfungen im Abstand von 6 - 8 Wochen, bei Fohlen ca. ab dem 4. Lebensmonat. Danach erfolgt nach ca. 6 Monaten die 3. Teilimpfung der Grundimmunisierung; lt ÖTO darf eine Influenzaimpfung beim Turnierpferd nicht älter als 6 Monate sein (korrekte 3-teilige Grundimmunisierung vorausgesetzt).

Herpes

Prinzipiell unterscheidet man bei Herpesinfektionen zwischen 4 Typen (EHV 1 bis EHV 4). Geimpft wird mit einem Kombi-Impfstoff gegen EHV 1 und

EHV 4. Dennoch sollen kurz alle Typen erklärt werden.

Das EHV 1 Virus ist Erreger des Stutenabortes, meist zwischen dem 7. und 10. Trächtigkeitsmonat. Es kommt auch zu neurologischen Symptomen sowie zu verschiedenen respiratorischen Erkrankungen.

Das EHV 2 Virus: Zytomegalievirus, aus dem Atmungstrakt und versch. Lymphzellen isoliert.

Das EHV 3 Virus ist Erreger des sog. Koitalexanthems und verursacht einen Bläschenausschlag (Deckinfektionen).

Das EHV 4 Virus ist Erreger der sog. Rhinopneumonitis (Manifestation im Atmungstrakt); Erkrankungen treten meist bei Fohlen auf. Bei älteren Pferden kann es auch zu neurologischen Symptomen und zu Spätaborten kommen.

Die Rhinopneumonitis ist weltweit verbreitet und tritt bei Pferden, Eseln und Maultieren auf. Im Anschluss an respiratorische Erkrankungen kann es auch zum Übertritt des Virus in den trächtigen Uterus kommen, die Folge ist häufig eine Fehlgeburt.

Zu Erkrankungen kommt es meist bei Fohlen, welche nicht mehr durch AK der Mutter geschützt sind, und bei Jährlingen. Es entwickelt sich eine akute Infektion der oberen Atemwege, Fieber, Kehlkopfentzündung und chronischem Husten. Ältere Pferde erkranken meist bei stärkerer Belastung und Stress. Wenn das EHV 4 Virus auf das Zentralnervensystem übergreift, kann es zu neurologischen Symptomen wie schwankender Gang (Ataxie) und teilweisen Lähmungen kommen. Bei der Behandlung ist absolute Schonung unumgänglich, zur Vorbeuge gegen bakterielle Sekundärinfektionen werden Antibiotika eingesetzt. Auch schleimlösende Medikamente kommen zum Einsatz.

Die Impfung gegen Herpesinfektionen erfolgt im 4. und 6./7. Lebensmonat, nach 6 Monaten erfolgt eine Auffrischung. Danach ist alle 6 Monate eine Wiederholung erforderlich.

 

NEU: Impfung gegen das West-Nil-Virus

Neu am Markt ist eine Impfung gegen das sog. West-Nil-Virus. Diese Erkrankung wird durch Mücken/Gelsen übertragen und kommt ursprünglich - wie der Name schon sagt - aus Uganda, westlich des Nils. Die Symptomatik reicht hier von Fieber, Mattigkeit und Inappetenz bis hin zu neurolog. Symptomen und Ausfallserscheinungen wie Ataxien, Muskelzittern und Koordinationsstörungen. In Amerika und Afrika bereits in den letzten Jahren sind tausende Pferde erkrankt, insbesondere in den USA ist eine Impfung bei Sportpferden üblich, denn 40 % der erkrankten Pferde kann nicht mehr geholfen werden (sterben bzw. werden aufgrund infauster Prognose euthanasiert). 2002 war in den USA der Höhepunkt der Virusepidemie, es erkrankten 15.000 Pferde, vergangenes Jahr erkrankten 20 Pferde in Italien. Daher empfehlen auch Virologen, die Impfung in Anspruch zu nehmen.

Bisher gibt es in Österreich keinen Fall des West Nil Fiebers. Besonders in grenznahen Gebieten zu Ungarn bzw. in der Nähe von größeren Gewässern und bei Pferden, die ins Ausland reisen, ist eine Impfung zu empfehlen. Ab einem Alter von 6 Monaten können Pferde 2 x im Abstand von 3-5 Wochen geimpft werden, danach solle halbjährlich bis jährlich aufgefrischt werden.